Glossar
Die Begriffe der Berufsbildung.
Lerndokumentation, Bildungsbericht, üK: die Fachbegriffe der Schweizer Berufsbildung, kurz und ohne Umwege erklärt.
- Lerndokumentation
- Die Lerndokumentation ist die fortlaufende Aufzeichnung der Arbeiten, die eine lernende Person im Lehrbetrieb ausführt. Sie wird von der lernenden Person selbst geführt und ist in den meisten Bildungsverordnungen vorgeschrieben. Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner sieht sie regelmässig durch und bespricht sie. In mentro entsteht sie laufend aus den erfassten Aktivitäten und Lernjournalen.
- Lernjournal
- Das Lernjournal ist der reflektierende Teil der Lerndokumentation. Darin hält die lernende Person fest, was sie gelernt hat, was gut lief und was sie beim nächsten Mal anders machen würde. Es ergänzt die reine Beschreibung der Arbeit um die eigene Einschätzung.
- Bildungsbericht
- Der Bildungsbericht hält am Ende jedes Semesters fest, wo eine lernende Person im Betrieb steht. Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner schreibt ihn, bespricht ihn im Standortgespräch und unterschreibt ihn gemeinsam mit der lernenden Person. In der Praxis wird dafür das offizielle Formular des SDBB verwendet. mentro stellt ihn auf genau diesem Formular bereit, mit den Belegen aus dem Semester daneben.
- Standortgespräch
- Das Standortgespräch ist das strukturierte Gespräch, in dem Berufsbildner:in und lernende Person den Bildungsbericht gemeinsam durchgehen. Es findet in der Regel einmal pro Semester statt. Besprochen werden der Stand der Handlungskompetenzen, das Verhalten im Betrieb und die Ziele für das nächste Semester.
- SDBB (Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung)
- Das SDBB ist die Fachagentur der Kantone für Berufsbildung sowie Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung. Es gibt unter anderem die offiziellen Formulare und Leitfäden zum Bildungsbericht heraus. Diese Formulare sind in der ganzen Schweiz verbreitet. mentro nutzt für den Bildungsbericht das offizielle SDBB-Formular.
- Bildungsverordnung (BiVo) und Bildungsplan
- Die Bildungsverordnung regelt für jeden Beruf, wie die berufliche Grundbildung abläuft, wie lange sie dauert und wie sie abgeschlossen wird. Der Bildungsplan gehört dazu und beschreibt die Handlungskompetenzen im Detail. Zusammen sind sie die verbindliche Grundlage für die Ausbildung im Lehrbetrieb. In mentro sind die Bildungspläne der hinterlegten Berufe bereits abgebildet.
- Handlungskompetenz
- Eine Handlungskompetenz beschreibt, was eine lernende Person am Ende der Ausbildung in einer konkreten Arbeitssituation können muss. Der Bildungsplan fasst die Handlungskompetenzen zu Handlungskompetenzbereichen zusammen und konkretisiert sie mit Leistungszielen. Bewertet wird nicht das Wissen allein, sondern das Handeln in der Praxis.
- Leistungsziel
- Ein Leistungsziel beschreibt eine einzelne, überprüfbare Leistung innerhalb einer Handlungskompetenz. Der Bildungsplan formuliert Leistungsziele getrennt für Lehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse. Sie sind die feinste Ebene der Bildungsplan-Hierarchie und machen sichtbar, was bereits belegt ist und was noch fehlt.
- Überbetriebliche Kurse (üK)
- Die überbetrieblichen Kurse vermitteln grundlegende praktische Fertigkeiten, die ein einzelner Lehrbetrieb nicht in voller Breite abdecken kann. Sie werden von den Organisationen der Arbeitswelt durchgeführt und sind obligatorisch. Zusammen mit Lehrbetrieb und Berufsfachschule bilden sie den dritten Lernort der beruflichen Grundbildung.
- Berufsbildner:in und Praxisbildner:in
- Berufsbildner:innen tragen im Lehrbetrieb die formelle Verantwortung für die Ausbildung und brauchen dafür einen anerkannten Kurs. Praxisbildner:innen begleiten die lernende Person im Arbeitsalltag, ohne diese formelle Verantwortung zu tragen. Wie diese zweite Rolle genau heisst, ist je nach Organisation der Arbeitswelt unterschiedlich. In vielen Betrieben arbeiten beide Rollen eng zusammen. In mentro sind betreuende Personen unbegrenzt inbegriffen, unabhängig von der Rolle.
- Qualifikationsverfahren (QV)
- Das Qualifikationsverfahren schliesst die berufliche Grundbildung ab. Es prüft, ob die lernende Person die Handlungskompetenzen des Bildungsplans erreicht hat, meist über eine praktische Arbeit, schriftliche Prüfungen und Erfahrungsnoten. Wer besteht, erhält das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis. Eine lückenlose Lerndokumentation ist eine gute Vorbereitung darauf.
- Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ)
- Das EFZ ist der Abschluss einer drei- oder vierjährigen beruflichen Grundbildung. Es ist in der ganzen Schweiz anerkannt und öffnet den Weg in die höhere Berufsbildung und, zusammen mit der Berufsmaturität, an eine Fachhochschule. Zu unterscheiden ist es vom EBA, dem Abschluss der zweijährigen Grundbildung.
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